Europäische Lawinen - Gefahrenskala
 

Gefahrenstufe Auslösewahrscheinlichkeit Hinweise für Tourengeher
1
gering
Eine Lawinenauslösung ist nur bei großer Zusatzbelastung**) an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Spontan sind nur kleine Lawine (sogenannter Rutsche) zu erwarten. Weitgehend sichere Tourenverhältnisse
2
mäßig
Eine Lawinenauslösung ist bei großer Zusatzbelastung**) vor allem an den angegebenen*) Steilhängen möglich.Größere spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. Unter Berücksichtigung lokaler Gefahrenstellen*) günstige Tourenverhältnisse.
3
erheblich
Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung**) vor allem an den angegebenen*) Steilhängen möglich. Fallweise sind spontane einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. Schitouren erfordern Erfahrung und lawinenkundliches Beurteilungsvermögen.
Die Tourenmöglichkeiten sind durch die Gefahrenstellen*) eingeschränkt.
4
groß
Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung**) an den meisten*) Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen möglich. Schitouren erfordern großes lawinenkundliches Beurteilungsvermögen. Die Tourenmöglichkeiten sind stark eingeschränkt.
5
sehr groß
Spontan sind zahlreiche große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten. Schitouren sind allgemein nicht möglich
*) Hinweise im aktuellen Lawinenlagebericht
**) Zusatzbelastungen:
 -groß: z.B.Schifahrergruppe ohne Abstände, Pistenfahrzeug, Lawinensprengung
 -gering: z.B.einzelner Schifahrer, Fußgänger

 

 

Stop or Go - Standardmaßnahmen
Strategische Lawinenkunde für Tourengeher

 

Planung
Aufstieg
Abfahrt
»Lawinenlagebericht einholen
evtl. Experteninformation
»Karte studieren
evtl. Führerliteratur
»Notfallausrüstung vorhanden:
VS-Gerät, Lawinenschaufel, Sonde,
Apotheke, Biwaksack, evtl. Handy
»VS-Check
»Entlastungsabstände
ab 30°
»Normalabstand 50 m
»Einzelfahrten ab 35°
»
Klare Anweisungen
bezüglich Richtung, Abstände und Sammelpunkte
»Wetterbericht einholen
»Gruppengröße zielangepaßt
»Eigenkönnen der Teilnehmer zielangepaßt
»Ausrüstung funktionstüchtig, angepaßt, vollständig
»Wetter- & Sichtverhältnisse erlauben Gefahrenbeurteilung
»Laufende Orientierung
"Ich weiß auf der Karte wo ich bin"
»Tempowahl und Pausen der Gruppe angepaßt
»Zusammen bleiben
»Wetter- & Sichtverhältnisse erlauben Gefahrenbeurteilung
»Laufende Orientierung

"Ich weiß auf der Karte wo ich bin"
»Zusammen bleiben

 

 

Stop or Go - Entscheidungsstrategie
Strategische Lawinenkunde für Tourengeher
  
 

Check 1: Gefahrenstufe und Hangneigung (" Munter Baustein")
Stufe 1 gering Stufe 2 mäßig Stufe 3 erheblich Stufe 4 groß Stufe 5 sehr groß
  Verzicht auf
40° und meh
r
Verzicht auf
35° und mehr
Verzicht auf
30° und mehr
"Spitzkehrengelände"
Verzicht auf
Touren
allgemein

 

Check 2: Gefahrenzeichen erkennen
Wahrnehmen
Beurteilen
Handeln
Neuschnee ?
Gefährlich für
mich ?
YES: STOP
Ausweichen
Abbrechen
NO: GO
Triebschnee ?
Lawinen ?
Durchfeuchtung ?
Setzungsgeräusche ?

 


 

 

 

Kleine Lawinenkunde
 

 

Lawinengefahr ist die längste Zeit der Schitourensaison (außer bei Firn) ein häufiger Begleiter für jeden Schitourengeher, der nicht dauernd >ausgetretenen Spuren< folgen will. Das Tückische an ihr ist, daß man sie nicht sehen kann, sondern sie aus Hangcharakteristik, Schneedeckenaufbau und Wetter erahnen muß.
Oft sieht und ahnt man es, dass Lawinengefahr besteht, wenn aber dann der Hang als Lawine abgeht - dann ist es meist zu spät.
 

Schneebrett: Schitour Hohe Kreuzspitze
Februar 2000

Schneebrett: Gefahrenquelle Nummer eins auf Schitour
Schneebretter sind unter Spannung stehende >Schitouren-Fallen< aus schwach gebundenem oder windgepreßtem Schnee, die auf einer Gleitschicht bei der geringsten Belastung plötzlich quer über den Hang anreißen und abgleiten können.
Die harmlos klingende Bezeichnung >Schneebrett< führt leicht zur Unterschätzung der Gefährdungspotentials dieser typischen >Schifahrerlawine<: Im Gegensatz zu Lockerschneelawinen reißen Schneebretter immer großflächig ab und können bei genügend Masse bis zu Katastrophenlawinen anwachsen.
Zwar besteht das typische Schneebrett aus trockenem, gebundenem Schnee, dessen anfangs kohärente Fläche schnell in einzelne Schollen zerbricht. Tatsächlich beginnen aber die meisten Lawinen gleich welcher Art ihre kurze, aber turbulente Existenz als Schneebrett.
Wie schon erwähnt, kann schon ein Minischneebrett lebensgefährlich sein, wenn man sich unterhalb davon befindet, ohne ausweichen zu können, oder wenn man es zwar selbst ausgelöst hat, aber mit dem Kopf nach unten mitgerissen wird.

 ©www.almenrausch.at

 

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